Mittwoch, 28. März 2018

Unser Rückblick auf die LBM2018


Eingeschneit im Himmelreich des Schreiberlings



Freitagnacht - Blick aus dem Hotelzimmer



Leipzig, März 2018


Zum x-ten Mal fand zwischen dem 15. und 18. die Leipziger Buchmesse statt. In fünf der sechs vorhandenen Hallen konnten sich Buchsüchtige und ihre Dealer ihrer Passion hingeben, während die letzte ganz unter dem Bann der Cosplayer stand. Besonders sind mir Xena und Hulk aufgefallen, Hulk stampfte durch das Restaurant zwischen Halle drei und fünf, gefolgt von Loki und einem Haufen für mich undefinierbarer Gestalten. Xena stand mir am Latos-Verlag gegenüber und ich konnte sie aus nächster Nähe bewundern. Leider ohne Ares, den ich ihr gerne abgenommen hätte – war doch viel schärfer, als Herkules, oder nicht?

Ey Mann, wo ist mein Auto
 - oder so ähnlich


Aber zurück zur Buchmesse:

Wir, als Romance Alliance, waren zu neunt vertreten, nachdem es kurzfristig noch zu Ausfällen kam. Auf unsere Evelyn R. Boyd mussten wir schweren Herzens doch noch verzichten und Anna Jane Green, Mariella Heyd und Heidrun Meyer waren wohl anwesend, aber als Gruppe haben wir sie leider dennoch verpasst.

Wir neun hatten unsere Veranstaltungen so legen können, dass wir uns über den Weg laufen mussten. Neben dem obligatorischen Ablaufen der Verlage, bei denen wir veröffentlichen, u.a.: Ullstein, Latos-Verlag, Dead Soft, Talawah-Verlag und Eisermann-Verlag, hatten wir Zeit, um unsere gemeinsamen Aktivitäten zu planen. Nur so viel: Ihr könnt euch auf einiges gefasst machen, denn wir planen mit Volldampf in die Zukunft!

Aber bleiben wir doch noch einen Augenblick in der Vergangenheit:


Am Freitag bereits machten Dorothea Stiller, Jessie Stiller und Jennifer Wellen den Anfang, ihre Lesung fand am Snipsl Stand in Halle 5 statt. Am Sonntag konnte man der hinreißenden Saskia Louis zuhören, die sich selbst an der Gitarre begleitete und ihre Zuhörer im Sturm eroberte.

Im Anschluss daran las Anne Gard aus unserem aktuellen Love Shot: „Lizzy sucht die Liebe“.
Katherine Collins gab ein Stück aus unserem ersten Love Shot zum Besten: „Liebe wider die Vernunft“, Susanne Halbeisen aus „Mörderisches Gelb“ und Bettina Kiraly machte den krönenden Abschluss. Für die Daheimgebliebenen ein kleiner Trost, wir haben alles aufgenommen!


Betty Kiraly und Marie Weisdorn
Auch das Romance Newsboard, das nicht nur farblich wundervoll zu uns passt, sondern auch thematisch, war uns ein sehr geschätzter Gastgeber. Bereits am Donnerstag konntet ihr dort Dorothea Stiller begegnen, am Freitag dann Anne Gard, am Samstag gleich der RA in voller Breitseite mit Jennifer Wellen, Anna Jane Greenville, Bettina Kiraly und Saskia Louis und am Sonntag machten Nadin Hardwiger und Katherine Collins den Abschluss. Es gab Unmengen an Goodies, von jeder einzelnen Autorin, aber auch von uns als Gruppe.

Dorothea Stiller
Noch laufen einige Post-Messe-Aktionen, bei denen Reste, oder absichtlich zurückbehaltene Kleinigkeiten an die Frau gebracht werden sollen. Leider bin ich mit diesem Bericht so spät dran, dass die meisten nun abgelaufen sind - sorry.

Schaut mal bei Dorothea Stiller, Nadin Hardwiger und Katherine Collins Facebookseiten vorbei!
(Snipsl postet auf Facebook noch kräftig Nachmesseaktionen, ein Besuch lohnt sich.)
K.Elly de Wulf
Anya Omah am Latosstand
Elena MacKenzie


Der Schnee machte aus der Messe eine recht private Angelegenheit, anstatt ständig ausweichen zu müssen und Gefahr zu laufen, auf Zehen herumzutrampeln, hatte man genug Platz und auch die Zeit und Möglichkeit zu anregenden Gesprächen mit Lesern, Autorenkollegen und Fachpersonal aus der Verlagsbranche.


Besonders nette Gespräche hatte ich persönlich mit Sandra vom Latos-Verlag, Barbara von Snipsl und Katrin Graßmann vom Romance Newsboard.

Neben meinen RA-Kolleginnen traf ich K.Elly de Wulf, Sarah Fender, Marie-Luise Rönisch, Marie Weißdorn und Jutie. Schade, dass immer so wenig Zeit bleibt und man sich nie so richtig austauschen kann. 




Katherine Collins, Bettina Kiraly, Anne Gard und
Susanne Halbeisen erleben ein sandiges Abenteuer
Selbst meine RA-Damen, mit denen ich schließlich die meiste Zeit verbrachte, hatte ich bei weitem nicht lang genug, und die Trennung fiel uns allen wieder einmal schwer. Zum Glück hatten wir unsere persönliche Sitzung mit Susanne Halbeisen, um abzuschalten. Leider entführte uns Bettina Kiraly unversehens in eine abenteuerliche Reise an einen imaginären Strand - es bleibt besser verschwiegen, was genau dort passierte ...

Neben den Meet&Greets mit den Autoren bei den verschiedenen Verlagen, gab es diverse Lesungen, aus unterschiedlichen Genres, und für alle Hobbyschreiberlinge haufenweise Möglichkeiten, sich zu informieren und den für sich geeigneten Weg zu einer Veröffentlichung zu finden. Tolino, Neobooks und Amazon hielten Seminare ab, verschiedene Druckereien boten Werbematerial oder Buchdruck an.


Besondere Events?


Es gab den Versuch einen Weltrekord aufzustellen und zwar ein Buch mit den meisten Autoren zu schreiben.
 
Dann war da das Datingprogramm des Latos-Verlag mit Sekt und Tombola, das rege in Anspruch genommen wurde. Ihr Aufgebot an Autorinnen war grandios und die Showeinlage – Anya Omah wurde fachkundig verschnürt – zumindest informativ. Schade, dass ich es verpasst habe.
Zusammengefasst war Leipzig 2018 ein sehr intimer, abgeschotteter Ort, an dem alle, die es hin schafften, sicher ihren Spaß hatten.
Wir neun von der RA wollten gar nicht glauben, dass das Wochenende tatsächlich bereits um war und wir wieder getrennte Weg gehen mussten, bevor wir eigentlich noch ein ruhiges Wort miteinander wechseln konnten. Nur gut, dass unser Chat ohnehin nie still steht und wir unaufhörlich für euch weiterplanen.

Sommer, Winter, Leipzig 2019 - wir halten euch auf dem Laufenden!
Und hier ein paar Impressionen - okay fotografische Missgriffe
Na na, Britt
Bettina Kiraly voll erwischt
Bettina mal wieder
Bettina, Bitte!
Ja, schon wieder
 



Saskia Louis

Bettina dieses mal lächelnd, aber Sandra Latosynski schielt
bereits auf die Mozartkugeln - lecker!




Elixier des Lebens - Ein Artikel über unser Trinkwasser

H2O


Ohne Wasser kein Leben. Das wissen wir doch alle. Immerhin besteht der erwachsene Körper zu rund 60 bis 70 % allein nur daraus. Wasser findet sich in den Zellen, außerhalb der Zellen, im Blutgefäßsystem in Form von Blutplasma. Aber der Körper gibt Wasser auch wieder ab. Zur Ausscheidung von Abfallstoffen oder um die Temperatur halten zu können zum Beispiel. Aus diesem Grunde ist es wichtig, den Verlust der Flüssigkeit durch Trinken wieder auszugleichen. Grundsätzlich kein Problem, wo Deutschland doch eines der wasserreichsten Länder der Erde ist. Einfach Hahn auf und Glas drunter. Jedoch ist in den letzten Jahren unser Wasser arg in Verruf geraten. Von Belastungen mit Keimen, Schwermetallen und sogar Nanopartikeln war immer wieder die Rede. Ist unser Wasser also gar kein gesundes Lebenselixier, sondern viel eher ein ungenießbarer Giftcocktail, der uns krankmacht?


Wasserwerke garantieren die Qualität unseres Trinkwassers

Unser Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. Somit ist in aller Regel das Trinkwasser aus den Wasserwerken unbelastet. Vor allem, weil es durch spezielle chemische und mikrobiologische Verfahren so aufbereitet wird, das die Höchstwerte für Schwermetalle oder Bakterien meist nicht überschritten werden. Dies schwankt allerdings von Region zu Region, denn nicht jede Aufbereitungsanlage folgt einem einheitlichen Schema. In manchen Gebieten wird das Wasser zum Beispiel nur gefiltert und gechlort. Zudem gibt es insbesondere in Regionen, die durch viel Landwirtschaft gekennzeichnet sind, oft Kontaminationen des Trinkwassers durch Nitrate oder E. coli Bakterien aus der Gülle.


Qualität kommt nicht beim Verbraucher an

Und obwohl unser Wasser jetzt so kompliziert aufbereitet und streng kontrolliert ist, zeigt sich bei Analysen im Haushalt häufig eine Belastung mit Schwermetallen wie Blei oder Kadmium. Sogar Verunreinigungen mit gefährlichen Bakterien wie die Legionellen, die eine schwere Lungenentzündung (Legionellose) auslösen können. Somit kommt die Qualität in den Haushalten scheinbar nicht an. Wo liegt dann also das Problem?
Das Problem selbst befindet sich häufig, sprich in neun von zehn Fällen, innerhalb des Hauses. Alte Wasserleitungen oder Armaturen geben gerne geringe Dosen an Schwermetallen ab. Trinkwasserspeicher bilden einen Biofilm mit Bakterien, wenn die Temperatur zu niedrig ist. Wasserkräne oder Duschköpfe bieten aufgrund der Konstruktion Rückzugsmöglichkeiten für allerhand Keime, die sich über Nacht bei Raumtemperatur sogar vermehren können. Deshalb sollten wir kein Wasser trinken, das durch alte Leitungen geflossen ist. Wir sollten das Wasser vorher immer eine Zeit lang laufen lassen und Warmwasserspeicher, wenn möglich, auf über 50 °C halten.


Nanopartikel und andere Bestandteile

Trotz der guten Qualität gibt es dennoch einige Belastungen, die in den letzten Jahren stetig angestiegen sind, aber derzeit noch mit dem Siegel „Konzentration unbedenklich“ versehen werden. Hier ist die Rede von Nanopartikeln, Arzneimitteln, Hormonen oder das Gadolinium, ein Stoff, der bei MRT-Untersuchungen als Kontrastmittel verabreicht und mit dem Urin wieder ausgeschieden wird. Auch solche Dinge gelangen ins Trinkwasser. Allerdings wissen wir um diese Gefahr. Zahlreiche Wissenschaftler arbeiten an neuen Filter- und Aufreinigungsmethoden, um genau diese Stoffe in Zukunft eliminieren zu können.


Fazit

Unser Trinkwasser ist streng kontrolliert und hat eine gute Qualität im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Es ist aber nicht immer gänzlich unbelastet. Als Konsument von Trinkwasser sollten wir uns somit auf jeden Fall darüber informieren, wie das Wasser in der Region aufbereitet wird und aus welchen Leitungen wir es beziehen. Und wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, ist gut beraten, sich eine Filteranlage zu installieren oder das Wasser zumindest vor dem Verzehr abzukochen. Denn Wasser bleibt egal wie einfach unser Lebenselixier – sprich ohne Wasser, kein Leben!


Der Inhalt dieses Blogs dient lediglich der Information und dem Erfahrungsaustausch. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir übernehmen auch keine Haftung für die bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Informationen auf diesen Seiten geschieht auf eigene Verantwortung.

Interessante Links:

https://www.wissen.de/bildwb/wasserhaushalt-wie-viel-wasser-enthaelt-der-menschliche-koerper
www.https://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2015/wassercheck.html
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-09/nitrat-grundwasser-trinkwasser-belastung-massentierhaltung

Freitag, 23. März 2018

Neuveröffentlichung "Gefährliches Herz" von Bettina Kiraly

Neuer Lesestoff aus der Feder unserer Autorin Bettina Kiraly erscheint heute bei Bookshouse. Lust auf eine ganz besondere Heldin? Willst du zur Abwechslung von einer Frau lesen, die ganz genau weiß, was sie braucht und die sich nimmt, was sie möchte? Von einer Frau, die auf der Suche nach dem Kick klaut und regelmäßig Männer abschleppt? Von einem Charakter, der gezwungen ist, in seine alte Heimat zurückzukehren und mit seinen Inneren Dämonen zu kämpfen? Und von zwei sehr unterschiedlichen Männern, die sich um diese Frau sorgen? Kein Problem. Hier kommt Johanna mit ihren außergewöhnlichen Hobbys Klauen und Männerabschleppen ...


Johanna führt kein normales Leben. Sie ist kleptomanisch und nymphomanisch veranlagt und lässt keine Gefühle zu. Lediglich der Polizist Stephan schafft es, einen winzigen Riss in ihrem Schutzwall zu verursachen. Durch den Tod ihrer Mutter ist Johanna gezwungen, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Dort muss sie feststellen, dass ihr eigenes Herz die größte Gefahr für ihren Schutzpanzer darstellt. Ihre Jugendliebe Robert weckt vergessen geglaubte Gefühle. Doch auch Stephan gibt Johanna nicht so schnell auf. Was muss passieren, um Johanna zum Umdenken zu bringen und ihre Verhaltensweisen zu ändern? Welches Geheimnis verbarg ihre Mutter? Und war der Tod ihrer Mutter tatsächlich ein Unfall?

e-book EUR 4,99
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Leseprobe:

„Willst du einen Drink, Süße?“
Magdalenas Blick glitt über seine zerknautschte Kleidung und blieb an dem unrasierten Gesicht des Mannes neben ihr hängen. Selbst das milchige Licht schaffte es nicht, ihn im Geringsten anziehend wirken zu lassen. Wieso glaubte er, sich neben sie an den wackligen Tisch setzen zu dürfen?
„Danke, aber ich verzichte.“ Sie wandte sich ab.
„Angeblich bist du normalerweise nicht so widerspenstig.“
Sie drehte sich wieder zu ihm. „Wie bitte?“
„Na, komm schon.“ Er lachte. „Du bist doch bekannt dafür, dass du auf Action stehst und einem schnellen Abenteuer nicht abgeneigt bist.“
Magdalena fuhr sich durch ihre Haare und blickte sich nach allen Seiten um. In dem kleinen Imbiss erkannte sie kein vertrautes Gesicht. Von einem der Gäste hatte er also nichts erfahren. „Mir scheint, du verwechselst mich mit jemandem“, murmelte sie und steckte sich den letzten Bissen Käsekrainer in den Mund.
Der Unbekannte stieg nicht auf ihren Einwurf ein. Er würde diese Entscheidung noch bereuen, wenn er nicht bald Ruhe gab.
„Ich bin mir sicher, dich bereits ein paar Mal im Blue Moon gesehen zu haben“, behauptete er mit einem provozierenden Grinsen. Dabei verzog sich sein Gesicht zu einer noch hässlicheren Fratze.
„Bist du mir etwa gefolgt?“ Sie hatte die Bar erst vor einer Viertelstunde verlassen und war für einen Zwischenstopp und einem letzten Happen vor dem Bett in den Imbiss eingefallen.
Er zuckte mit den Schultern. „Wer weiß. Wäre doch nicht schlimm.“
„Was willst du?“ Ihre Stimme zeigte keine Emotion.
„Nichts Besonderes! Nur das, was andere von dir auch erhalten haben.“
Ihre Handflächen wurden feucht. Irgendetwas an diesem Mann jagte ihr einen kalten Schauder über den Rücken. Sie machte nicht den Fehler, ihn zu unterschätzen. „Ich werde jetzt aufstehen und gehen. Und sollten wir uns irgendwann zufällig wieder über den Weg laufen, werden wir so tun, als hätten wir uns noch nie zuvor gesehen.“
Der Mann lachte.
Magdalena winkte den Imbissbesitzer heran, bezahlte und erhob sich. Aufgrund der schmeichelnden Abendluft hatte sie ihre Jacke neben sich gelegt und griff nun danach. Mit energischen Schritten machte sie sich auf den Heimweg.
Nach ein paar Metern drehte sie sich um. Obwohl sie niemanden auf der Straße hinter sich entdeckte, spürte sie Blicke auf sich ruhen. Instinktiv ahnte sie, dass es nicht vorbei war. Gut. Sie konnte ein wenig Abwechslung gebrauchen.

Mittwoch, 21. März 2018

Kindheitserinnerungen unserer Autorinnen



Es ist mal wieder Zeit für unseren Throwback Thursday. Unsere Autorinnen erinnern sich gemeinsam mit euch an Bücher, die sie in der Kindheit geliebt haben. Heute erinnert sich unsere Autorin Bettina Kiraly mit euch an ein besonderes Buch aus der Vergangenheit.

Ehrlich gesagt gibt es zwei Reihen, dich mich in meiner Kindheit begleitet haben. Eine davon habe ich erst entdeckt, als ich mich mit großen Schritten der Pubertät näherte. Vielleicht erzähle ich euch ein anderes Mal davon.

Die Reihe, um die es heute gehen soll, stammt von einem österreichischen Autor. Aber als ich jünger war, habe ich "Die Knickerbocker Bande" von Thomas Brezina geliebt. Lilo, Poppi, Axel und Dominik haben mich fasziniert. Ihre Begegnungen mit übernatürlichen Phänomenen haben mir einen kalten Schauer über den Rücken gejagt. Ihre detektivischen Fähigkeiten haben meine Fantasie beflügelt. Und ich habe der Erscheinung eines neuen Teils immer entgegengefiebert. Besonders toll waren die "Entscheidungsbücher", in denen man selbst die Wahl hatte, in welche Richtung sich die Handlung weiterentwickeln würde. Ich habe alle Möglichkeiten durchprobiert, selbst wenn die Lösungen der dazugehörigen Rätsel offensichtlich falsch waren. Ich wollte einfach kein Fitzelchen der Geschichte verpassen.

Übrigens haben mir die ursprünglichen Cover der Reihe besser gefallen. Das rot-schwarze-Streifenmuster hatte etwas. Beim letzten Teil der Reihe ist man darauf wieder zurückgekommen.

Auch wenn ich damals noch nicht daran gedacht habe, selbst ein Buch zu schreiben, habe ich den Autor Thomas Brezina bewundert. Neben der Knickerbocker Bande zeigt er sich auch für die Serie Tom Turbo verantwortlich. Das Superfahrrad, das sein Quartier in Schönbrunn hat, löst Detektivgeschichten nicht nur in Büchern sondern auch im österreichischen Fernsehen. Außerdem hat Thomas Brezina das Tiger Team erfunden. Über 550 Bücher geschrieben. Übersetzungen in 35 Sprachen. 350 Hörspiele produziert. 40 Fernsehformate entwickelt. In karitativen Projekten aktiv. In meinen Augen ist Thomas Brezena ein wahrer Tausendsassa, dem ich gerne nacheifere.

Meine Tochter, die ebenfalls eine große Leseratte ist, hat vor einiger Zeit aus der Schulbibliothek einen Band der No Jungs-Reihe mitgebracht. Ich habe überrascht festgestellt, dass auch die von Thomas Brezina stammt. Seitdem sind wir beide Fans des Autors.

Ende letzten Jahres hat er seine Knickerbocker Bande ihren letzten und persönlichsten Fall lösen lassen. Natürlich wollte ich mir diesen Teil nicht entgehen lassen. Lilo, Poppi, Axel und Dominik sind zwanzig Jahre gealtert. Nach einem Streit haben sich die vier aus den Augen verloren. Jetzt werden sie von einem mysteriösen Fremden auf eine einsame Insel verfrachtet. Welches Geheimnis erwartet sie dort? Können sie sich wieder zusammenraufen?

Nach all den Jahren mutet der Schreibstil seltsam an. Es liest sich für erwachsene Fans nicht mehr so mitreißend wie für Kinder. Trotzdem ist es Thomas Brezina gelungen, mit diesem Teil alte Erinnerungen bei mir zu wecken und mich zu unterhalten, auch wenn mir als Erwachsene die Lösungen nicht mehr ganz zu realistisch erscheinen wie früher. Es ist einfach ein schwieriger Spagat, Helden aus der Kindheit erwachsen werden zu lassen.

Übrigens: Thomas Brezina hat letzte Woche für #Knickerbocker4immer das Gold und Platinbuch erhalten. Es wird demnächst eine Fortsetzung geben.

Mittwoch, 14. März 2018

E-Book Piraterie: Welche Folgen haben illegale Downloads auf betroffene Autoren?

Heute möchten wir uns mit einem Thema auseinandersetzen, das die Gemüter erhitzt: Buchpiraten, lllegale Downloads, Gratisportale. Es gibt viele Worte, die beschreiben, dass das geistige Eigentum von Autoren nicht gewahrt bleibt. Fast jedem Autor ist dieses Problem schon einmal begegnet. Man stellt sich einen Google Alert auf seinen Namen und seine Bücher, um nicht zu verpassen, wenn auf einem Blog oder einer Homepage ein Beitrag über einen selbst oder die eigenen Werke veröffentlicht wird. Nach einiger Zeit bekommt man diesen Link zugeschickt, der schon auf den ersten Blick nicht zu einem Buchblog gehört. Und dann wird einem klar, dass man ebenfalls betroffen ist. Dass das Buch - oder gleich mehrere - auf einer Seite gratis angeboten werden, obwohl sie meist genausoviel kosten wie die Kaffeespezialitäten von gewissen Ketten. Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht.

In diesem Beitrag soll darum gehen, Aufklärung zu betreiben. Wir sind dankbar für all die Leser, die unsere Bücher wertschätzen, sie im Internet als ebook oder als gedruckte Form bestellen oder auch in Buchhandlungen kaufen. Sie ermöglichen es uns, mit unserer Arbeit fortzufahren, weiter besondere Geschichten zu erzählen und vielleicht sogar einen Teil unseres Einkommens davon zu bestreiten. Danke dass ihr uns treu bleibt. Ihr dürft euch von diesem Beitrag nicht angesprochen fühlen. Diese Nachricht geht an all die Menschen, die ein Buch lieber illegal erwerben, die es gratis von Piratenseiten ziehen oder (ganz unverständlich) bereit sind, auf bestimmten Portalen einen geringeren Betrag für das gewünschte E-Book zu bezahlen. Vielen ist nicht bewusst, dass sie etwas Verbotenes tun. Diese Menschen müssen aufgeklärt werden, dass sie unwissentlich oder mit vollem Bewusstsein Diebstahl begehen. Niemand geht in eine Galerie und packt sich einfach ein Bild ein, das ihm gefällt. Und auch wenn man digitale Daten aus keinem Laden raustragen muss, ist illegaler Download nichts anderes.

Zuerst eine Info an betroffene Autoren: Wir haben uns bereits einmal in einem Beitrag mit dem Thema Ebookmonitoring befasst. Darin hat uns Britt Toth von Authors Assistant erklärt, was man tun kann, wenn man seine Bücher bei einem illegalen Anbieter findet. Britt hat uns damals sogar eine Anleitung zum Löschen illegaler Kopien von ebooks mitgebracht. Das Copyright liegt bei einer DeLiA-Autorin.

Es gibt also einen Weg, gegen EBook-Piraten vorzugehen. Alles also halb so schlimm? Ganz gewiss nicht. Denn selbst wenn man rasch auf das Einstellen der eigenen Werke aufmerksam wird, dauert es, bis diese Bücher tatsächlich von den Portalen gelöscht wurden. Innerhalb kurzer Zeit entsteht finanzieller Schaden für den Autor. Ach, wer die Bücher illegal herunterlädt, hätte sie ohnehin nicht gekauft? Wenn es keine Möglichkeiten mehr gäbe, die Geschichten ganz einfach gratis zu erhalten, würden die Menschen vielleicht umdenken und das Geld für den Kauf auch wieder bereitwillig in die Hand nehmen.

E-Books von illegalen Plattformen zu ziehen, ist verboten. Aber es ist doch nur ein E-Book, mag sich mancher denken. Dabei handelt es sich nicht um Diebstahl. Doch. Das tut es. Versuchen wir es mit einem Vergleich. Da ist eine Druckerei, in der wirklich hübsche Notizbücher produziert werden. Es dauert, bis sich diese Tatsache herumgesprochen hat. Der Ladenbesitzer muss Geld investieren, bis er endlich genug Kundschaft angelockt hat und von den Einkünften leben kann. Immer mehr Leute sind begeistert von seinen wunderschönen Notizbüchern und erzählen es weiter. Und dann denkt sich jemand: "Hey, die will ich auch daheim haben, aber Geld dafür ausgeben kommt nicht in Frage." Er schleicht sich durch die Hintertür in die Druckerei und steckt ein paar Notizbücher von dem Lagerstapel ein. Weil er ja nett ist, behält er nicht alle für sich, sondern verteilt sie auch an die Leute, die vor dem Laden warten, um sich Notizbücher zu kaufen. Die freuen sich natürlich, nichts bezahlen zu müssen. Und damit der erste es leichter hat, gehen sie mit ihm in den Hinterhof und helfen ihm, die Notizbücher stapelweise rauszutragen.

Dass dabei großer finanzieller Schaden entsteht, ist jedem klar. Warum ist es akzeptabel, etwas zu stehlen, das man nicht anfassen kann? Darin steckt genauso viel Arbeit, das gleiche Herzblut, die selben Hoffnungen. Dennoch gibt es irgendwo da draußen Menschen, die glauben, es wäre in Ordnung, den Autoren ihre Einkommensquelle zu untergraben. Ist es aber nicht.

Wir möchten euch zeigen, was für Auswirkungen illegale Downloads auf Autoren haben. Dazu melden sich im Folgenden betroffene Autorinnen zu Wort.

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Interview mit Viola Plötz

Copyright: Saskia Steltner
Romance Alliance: Stell dich bitte kurz vor? Wie lange bist du schon Autorin? Wieviele Bücher hast du schon veröffentlicht?


Viola Plötz: Mein Name ist Viola Plötz und ich versuche seit 2014 vom Schreiben zu leben. Bisher habe ich zwöf Romane, sieben Novellen und eine Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht. Außerdem habe ich in vier Anthologien mitgewirkt (davon zwei für wohltätige Zwecke) und vor Kurzem sind meine ersten beiden Hörbucher erschienen.

Romance Alliance: Hast du schon einmal ein Buch auf einem Gratisportal zum illegalen Download gefunden? Waren mehrere Bücher davon betroffen?
Viola Plötz: Alle meine Bücher waren bzw. sind immer wieder von E-Book-Piraterie betroffen.

Romance Alliance: Was ist in dem Moment in dir vorgegangen? Hast du etwas dagegen unternommen?
Viola Plötz: Zunächst habe ich mich unglaublich darüber geärgert, natürlich macht mein Beruf mir sehr viel Spaß, aber deshalb ist meine Arbeit doch nicht weniger wert!
Ich bin Vollblut-Autorin. Wenn ich einen Tag lang nicht Schreibe, dann habe ich Entzugserscheinungen und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen beruflich etwas Anderes zu machen. Doch hier geht es um meine Existenz! Also habe ich Schritte in die Wege geleitet um mein geistiges Eigentum zu schützen und dagegen anzukämpfen, dass meine Bücher über Piratenportale angeboten werden. Ja, ich muss und ich will vom Schreiben leben. Immer wieder wird argumentiert, dass Menschen, die sich den Lesestoff über diesen Weg besorgen, die Bücher niemals kaufen würden oder, dass es ja am Ende sogar kostenloses Marketing sei, das meine Verkäufe steigern würde. Doch das ist Blödsinn, hier handelt es sich schlicht um Diebstahl, den niemand, der einem anderen Beruf nachgeht akzeptieren würde. Ich stelle mir immer vor, wie diese Menschen reagieren würden, wenn ihr Chef zu ihnen kommt und sagt: „Heute bezahle ich dich mal nicht für deine Arbeit, aber sieh es positiv, dafür weiß ich anschließend viel mehr, was ich an dir habe.“ 🙂

Romance Alliance: Hat sich der illegale Download auf deine Buchverkäufe ausgewirkt?
Viola Plötz: Ich habe meine meisten Bücher im Self-Publishing herausgebracht. Die Printverkäufe machen in diesem Bereich nur einen geringen Bruchteil der gesamten Einnahmen aus. Die meisten Romane verkaufen sich in Form von E-Books über Plattformen wie Amazon, Weltbild, Thalia und andere Anbieter. Durch illegale Downloads entgehen uns Self-Publishern erhebliche Einnahmen, während die Betreiber der Piratenportale unter Umständen daran sogar Geld verdienen (Beispiel lul.to) und das ist ein Unding. Leute beklauen mich und verdienen dann an meinen Büchern. Aber ebenso bitter finde ich es, dass Leser, die meine Bücher offensichtlich mögen, nicht bereit sind dafür Geld auszugeben. Ich vermute, bei den meisten passiert dies nicht einmal mit böser Absicht. Illegale Downloads gelten ja gerne als „Kavaliersdelikt“ und „das macht doch jeder“. Aber das macht es nicht besser und darf keine Entschuldigung sein. Wir Autoren unterhalten unsere Leser über Stunden und fragen im Gegenzug für diese gute Zeit nach fairer Bezahlung, damit auch wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Klingt doch eigentlich nach einem fairen Deal, oder?

Romance Alliance: Was war dein krassestes Erlebnis mit den illegalen Downloadportalen? Dauerte es lange, bis neue Bücher auf den Portalen gelandet sind? Magst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?
Viola Plötz: Mein persönlicher und sehr zweifelhafter Rekord waren knapp drei Stunden von der Veröffentlichung bis zu dem Zeitpunkt an dem meine Bücher auch auf illegalen Plattformen zum Download bereitstanden. Das krasseste Erlebnis jedoch war die Veröffentlichung der Anthologie „Schneegestöber“ auf verschiedenen Piratenportalen. Diese Anthologie dient einem guten Zweck. Die kompletten Einnahmen, die durch diese weihnachtlichen Kurzgeschichten erwirtschaftet werden, gehen nach wie vor an die Bärenherz Stiftung. Diese unterstützt schwerstkranke Kinder und ihre Familien. Die Einnahmen fließen unter anderem in das Kinderhospiz Bärenherz Wiesbaden. Wir alle (Autoren, Coverdesigner, Lektoren, Korrektoren) haben für diese Anthologie selbstverständlich kostenlos unsere Arbeitszeit zur Verfügung gestellt. Niemand von uns hat auch nur einen Cent daran verdient und dann gibt es Leute, die nicht bereit sind für einen guten Zweck wie diesen, 3,99€ zu zahlen, um das Buch zu lesen? Ehrlich, da verliert man den Glauben an die Menschheit, dabei sehe ich eine meiner wichtigsten Aufgaben darin, den Lesern Hoffnung zu geben und ihren Glauben an das Gute im Menschen und im Leben zu stärken – schließlich bin ich Liebesroman-Autorin.

Romance Alliance: Was würdest du Menschen gerne sagen, die diese illegalen Downloadportale benutzen?
Viola Plötz: An dieser Stelle könnte ich darüber reden, dass all dies illegal und strafbar ist, doch darum geht es aus meiner Sicht gar nicht in erster Linie. Aus meiner Sicht ist es einfach moralisch falsch und unfair. Dieses Verhalten zerstört die Grundlage auf der unsere Gesellschaft fußt und das betrifft uns alle gleichermaßen. Also bitte ich euch: Tut es einfach nicht! Ich weiß, ich bin bloß irgendein gesichtsloser Autor, einer von ganz, ganz vielen, aber ich bin auch ein Mensch. Ich habe eine Familie. Ich bezahle Kredite ab. Ich will mal ausgehen. Ins Kino vielleicht. Gehst du auch gerne ins Kino? Vielleicht hole ich mir auch mal beim Bäcker ein Brötchen oder einen Kaffee, oder weil ich Süßes liebe, ein Stück Kuchen. Das alles ist teurer als ein E-Book von mir.


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Interview mit einer Autorin, die anonym bleiben will

Romance Alliance: Stell dich bitte kurz vor? Wie lange bist du schon Autorin? Wieviele Bücher hast du schon veröffentlicht?  
Autorin A: Ich schreibe schon sehr lange. Ungefähr seit acht Jahren, und in der Zeit habe ich 18 Bücher veröffentlicht. Bei Verlagen und im Self-Publishing.

Romance Alliance: Hast du schon einmal ein Buch auf einem Gratisportal zum illegalen Download gefunden? Waren mehrere Bücher davon betroffen?
Autorin A: Fast jedes meiner Bücher ist da schon einmal aufgetaucht. Mittlerweile allerdings nicht mehr so häufig und vor allen Dingen: nicht mehr direkt nach der VÖ.

Romance Alliance: Was ist in dem Moment in dir vorgegangen? Hast du etwas dagegen unternommen?
Autorin A: Am Anfang habe ich noch selber gelöscht.  Seit fast zwei Jahren lasse ich löschen, und damit fahre ich gut. Mich hat das massiv belastet, und es hat so viel Zeit in Anspruch genommen, deshalb war es sehr gesund, diesen Job abzugeben. Auch wenn das Geld kostet.

Romance Alliance: Hat sich der illegale Download auf deine Buchverkäufe ausgewirkt?
Autorin A: Viele Kollegen sehen ja einen direkten Einbruch der Verkäufe, sobald die erste Kopie in den illegalen Portalen aufgetaucht ist. Das war bei mir nicht so direkt spürbar. Wenn man sich aber die Zahlen der geklauten E-Books anschaut, sind das schon ganz dramatische Umsatzeinbußen. Zumindest damals. Mittlerweile tauchen meine Bücher nicht mehr so häufig auf. Und wenn, verschwinden sie schnell wieder. Zumindest dort, wo man löschen kann.

Romance Alliance: Was war dein krassestes Erlebnis mit den illegalen Downloadportalen? Dauerte es lange, bis neue Bücher auf den Portalen gelandet sind? Magst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?
Autorin A: Menschen fragen gezielt nach meinen Büchern ... weil sie sie so lieben. Wie verpeilt in der Birne muss ich sein? (Um mal ganz deutlich zu werden!) Wir haben nicht umsonst Kollegen, die aufgrund dieser dummen Respektlosigkeit das Schreiben an den Nagel hängen. Meine Empfehlung: Einen Profi beauftragen und die eigenen wertvollen Ressourcen zum Bücherschreiben nutzen. Für die Leser, die die eigenen Bücher kaufen. Davon haben wir ja zum Glück auch eine Menge.

Romance Alliance: Was würdest du Menschen gerne sagen, die diese illegalen Downloadportale benutzen?
Autorin A: Es handelt sich um Diebstahl! Die Diebe würden sparsam aus der Wäsche gucken, wenn ihr Arbeitgeber am Ende des Monats sagt: „Hat mir gut gefallen deine Arbeit! Aber ich bezahle dich mal nicht. Weil ich gerade nicht so viel Geld habe.“ Oder sie beim Bäcker ein Brot kaufen und versuchen, ohne zu zahlen den Laden zu verlassen. Vielen ist das nicht bewusst, deswegen muss man Bewusstsein schaffen. Alle, die mit Vorsatz handeln, sind und bleiben Diebe.


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Interview mit Stefanie Ross

Copyright: Schwitzke
Romance Alliance: Stell dich bitte kurz vor? Wie lange bist du schon Autorin? Wieviele Bücher hast du schon veröffentlicht?
Stefanie Ross: Ich lebe mit Mann, Kind und zwei Meerschweinchen in der Nähe der Ostsee und arbeite halbtags in einer Hamburger Bank. Wenn mir Familie, Job und das Schreiben Zeit genug lassen, fahre ich gern Motorrad oder lese.
Seit 2012 habe ich bisher insgesamt 26 Bücher – sowohl für Verlage als auch als Self-Publisherin veröffentlicht. Ich schreibe überwiegend spannende Thriller, mal mit einer kleinen Liebesgeschichte, manchmal auch mit einer größeren.
Romance Alliance:  Hast du schon einmal ein Buch auf einem Gratisportal zum illegalen Download gefunden? Waren mehrere Bücher davon betroffen?
Stefanie Ross: Bis jetzt war jedes meiner Bücher kurz nach Veröffentlichung auf einem der illegalen Portale zu finden. Den Tag, an dem eines der Bücher dort verfügbar ist, erkennt man mühelos am Rückgang der Verkäufe.

Romance Alliance: Was ist in dem Moment in dir vorgegangen? Hast du etwas dagegen unternommen?
Stefanie Ross: Ich war schlicht und einfach wütend. Besonders weil dort aktiv nach meinen Büchern gesucht wurde – von „Lesern“, die wissen wollten, wie die Serien weitergehen, aber nicht bereit waren, dafür zu bezahlen. (Anführungszeichen, weil mir kein besserer Begriff einfällt, aber als echte Leser möchte ich diese Menschen auch nicht bezeichnen). So wurde zum Beispiel extrem ungeduldig auf die illegale Veröffentlichung (den „Release“) von Kaleidoskop gewartet: Diese Menschen waren nicht bereit, für über 500 Seiten gerade mal 3,99€ zu bezahlen!
Bei den illegalen Portalen lasse ich die Dateien löschen. Ansonsten gehe ich auch aktiv gegen Menschen vor, die meine Bücher auf Facebook u.ä. zu einem niedrigen Preis verkaufen.

Romance Alliance: Hat sich der illegale Download auf deine Buchverkäufe ausgewirkt?
Stefanie Ross: Ja, der Rückgang ist sofort da. Man kann sogar die Stunde erkennen, an denen das Buch „released“ worden ist. Viele „Leser“ warten schon ungeduldig auf das illegale Angebot und eröffnen Suchthreads. Das ist wirklich bitter. Manchmal hat man „Glück“ und die Veröffentlichung auf den illegalen Seiten verzögert sich etwas, dann läuft ein Buch in den ersten Tagen deutlich besser.

Romance Alliance: Was war dein krassestes Erlebnis mit den illegalen Downloadportalen? Dauerte es lange, bis neue Bücher auf den Portalen gelandet sind? Magst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?
Stefanie Ross: Das bisher unglaublichste Erlebnis war, dass sich „Leser“, die man von Facebook und von Conventions her kannte, plötzlich als Piraten entpuppten. Man hat mit ihnen gelacht und über die Bücher gesprochen und in Wirklichkeit waren diese Menschen nicht bereit, das wenige Geld zu zahlen, sondern haben einen betrogen und etwas vorgespielt.
Normalerweise landen Bücher schon wenige Stunden nach Veröffentlichung auf den Portalen, aktuell gibt es kleinere Verzögerungen, weil die Scene sich neu sortieren muss, nachdem einige Key Player dort sitzen, wo sie hingehören: In U-Haft.
Das Nähkästchen lasse ich aber lieber geschlossen. Ich kann nur jedem Autor raten, zumindest die Löschung seiner Dateien zu veranlassen –entweder selbst oder durch eine Firma. Ich habe vor einigen Monaten eine Anleitung dafür geschrieben, die immer noch verwendet werden kann (http://www.fairerbuchmarkt.de/docs/Anleitung_Loeschen_illegaler_Kopien_2016.pdf)

Romance Alliance: Was würdest du Menschen gerne sagen, die diese illegalen Downloadportale benutzen?
Stefanie Ross: Ich würde ihnen gerne klar machen, dass sie direkt uns Autoren um den Lohn für unsere Arbeit betrügen. Es geht hier um Geld, das wirklich fehlt und wehtut. Jeder dieser „Leser“ hat ja auch eine Art Einkommen: Gehalt, Taschengeld, Rente, Sozialhilfe – was auch immer – für uns ist es genauso, als ob diese monatliche Zahlung wegfallen würde. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, sollte jedem klar sein. Die sogenannten Midlist-Autoren (und das ist die große Masse unterhalb der Bestseller-Autoren) kann es sich irgendwann einfach nicht mehr leisten, zu schreiben, weil eben auch die Autoren Rechnungen bezahlen müssen … Das ist kein Jammern, das sind Fakten. An einem Buch schreibt man zwischen 3 und 12 Monaten – und diese Arbeit sollte auch wertgeschätzt werden: indem Bücher legal gekauft werden!


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Interview mit Tanja Hagen

Copyright: Nicole Siemers (Frau Siemers)
Romance Alliance: Stellst du dich bitte kurz vor? Wie lange bist du schon Autorin? Wieviele Bücher hast du schon veröffentlicht?
Tanja Hagen: Ich bin Tanja Hagen, bin 37 und alleinerziehende Mama von zwei Kindern. Autorin bin ich erst seit 2015. Irgendwann 2014 entwickelte sich in meinem Kopf eine Geschichte mit Protagonisten, die mich einfach nicht wieder in Ruhe gelassen haben. Ich denke, Autoren kennen das Problem. 2015 habe ich dann den Schritt gewagt und als Selfpublisherin mein erstes Buch veröffentlicht, dem inzwischen dreizehn weitere gefolgt sind. Ein Ende ist auch noch nicht in Sicht, dafür macht es einfach zu viel Spaß.

Romance Alliance: Hast du schon einmal ein Buch auf einem Gratisportal zum illegalen Download gefunden? Waren mehrere Bücher davon betroffen?
Tanja Hagen: Da kann ich nur sagen JA. Und zwar nicht nur einmal. Als ich noch ganz neu im Business war, habe ich die Sache noch nicht überblickt. Nach und nach tat sich dann aber der Abgrund auf und ich habe festgestellt, dass jedes Buch von mir auf illegalen Portalen vertreten war. Sobald ein neues Buch angekündigt wird, beginnt teilweise schon die Suche dort, und wenn es dann erschienen ist, dauert es nur wenige Stunden, bis es dort online ist.

Romance Alliance: Was ist in dem Moment in dir vorgegangen? Hast du etwas dagegen unternommen?
Tanja Hagen: Was geht da in mir vor? Tja, es ist eine Mischung aus Wut, Ärger und Trauer. Ich bin wütend auf die, die mich um mein Einkommen bringen wollen und sich dann auch noch von anderen loben lassen, dass sie MEIN Buch online gestellt haben. Ich ärgere mich darüber, dass ich von anderen Menschen beklaut werde, und bin traurig, dass es erstens Menschen gibt, die kein Gewissen zu haben scheinen und zweitens, dass ich machtlos danebenstehe und vom Staat keine Hilfe erfahre. Es ist einfach sehr frustrierend, wenn man sich beklauen lassen muss, und weiß, dass man nichts dagegen unternehmen kann.
Was unternehme ich. Ich lasse selbst löschen. Ich habe bisher noch die Kosten einer Counterfightagentur gescheut. Ob das so bleibt, kann ich nicht sagen, da das Suchen und Löschen lassen nicht nur Zeit verschlingt, sondern auch Nerven, die mir weit wichtiger sind als die Zeit.
Ich habe auch schon mal eine Strafanzeige gegen Seitenbetreiber und einen speziellen User gestellt, ohne Erfolg. Das Verfahren wurde eingestellt, da die Täter nicht ermittelt werden konnten.

Romance Alliance: Hat sich der illegale Download auf deine Buchverkäufe ausgewirkt?
Tanja Hagen: Ich für meinen Teil merke es sehr deutlich. Die Verkäufe brechen ab dem Tag, ab dem das Buch dort zur Verfügung steht, ein und steigen auch wieder, wenn der Link gelöscht wurde. Von anderen Kolleginnen lese ich allerdings auch, dass es sich nicht oder nur gering auswirkt. Was auf keinen Fall heißen soll, dass illegale Downloads okay sind.

Romance Alliance: Was war dein krassestes Erlebnis mit den illegalen Downloadportalen? Dauerte es lange, bis neue Bücher auf den Portalen gelandet sind? Magst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?
Tanja Hagen: Meine Bücher sind meist nach wenigen Stunden online und das krasseste Erlebnis war wohl folgendes:
(Auszug aus dem Textverlauf des Posts.

XY sucht : Ich suche von TanjaHagen - Team I.A.T.F. Operation zweite Chance
3. Verlorenes Leben
(Seine Signatur)  Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.«
XX:  Müsste ich haben. Ich schau sobald ich daheim bin
XX Bitte! (Link zum Buch)
TanjaH1980 (Meine Wenigkeit) Kann man Käuflich erwerben ....
XY Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen ...
TanjaH1980: XY... ich meine das mehr als ernst was ich geschrieben habe. Wenn du so viel Interesse an meinen Büchern hast, dann kauf sie dir, weil wenn du sie klaust, weiß ich nicht ob und wie es mit dem Team weitergeht. Du darfst mir gerne sagen wo du arbeitest, ich komm dann einfach mal rum und klaue vor deinen Augen mit nem dämlichen Grinsen im Gesicht, so wie du es hier tust... Zu deiner Sig ... Die trifft es so auf den Punkt... Hab einen schönen Abend. Ich hoffe einfach mal auf Karma
XY: Merkst du eigentlich nicht wie lächerlich du dich machst ??? Mit deinem Jammern erreichst du überhaupt nichts - eher das Gegenteil ... Du bist wie » Don Quichotte » und sein Kampf gegen Windmühlen ... Deshalb trifft meine Sig auf dich voll und ganz zu !!!

Ende dieser Sache war ein eingestelltes Verfahren, da der Täter XY und der Betreiber der Seite nicht ermittelt werden konnten. Dazu viel vertane Zeit, da der Beamte, der die Anzeige aufgenommen hat, nicht nur keine Ahnung von eBooks hatte sondern auch nicht davon, wie Bücher auf solche Portale kommen und wie ein Download dann funktioniert.
Das nächst Schlimmere war und ist, dass SEHR viele in meinem näheren Umfeld die Einstellung von XY teilen.

Romance Alliance: Was würdest du Menschen gerne sagen, die diese illegalen Downloadportale benutzen?
Tanja Hagen: Denkt bitte an die Autoren. Wir leben davon, dass wir euch Geschichten erzählen. Wir nehmen euch mit in unsere Welten und bringen euch so ein paar Stunden Entspannung vom Alltag. Nur, wir können nicht von Luft leben. Wir müssen unseren Kühlschrank füllen, wir brauchen ein Dach über dem Kopf, einen Laptop etc. um euch weiterhin Geschichten erzählen zu können.
Ihr geht doch auch nicht in den Laden und klaut, während der Geschäftsführer danebensteht (oder auch nicht), Ware. In solchen Momenten wisst ihr doch auch, dass es illegal ist, oder? Ihr wisst, was euch blüht, wenn ihr erwischt werdet.
Wir Autoren haben Spaß an unserer Arbeit, wir machen es gerne, wir teilen gerne unsere Gedanken (Geschichten) mit euch, aber um das zu können brauchen wir Geld. Sonst können wir nicht schreiben und ihr könnt nicht lesen. Ihr könnt euch dann nicht mehr in fremde Welten träumen, Abenteuer erleben, mit Protagonisten leiden und lieben.
Lasst bitte die Geschichten nicht sterben.
Jedes geklaute eBook trägt dazu bei.
Lasst die Autoren nicht die Lust am Schreiben verlieren.


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Interview mit Manuela Fritz


Romance Alliance: Stell dich bitte kurz vor? Wie lange bist du schon Autorin? Wieviele Bücher hast du schon veröffentlicht?
Manuela Fritz: Hallo, mein Name ist Manuela Fritz. Ich komme aus dem schönen Kärnten, wohne aber schon seit über zwanzig Jahren in Deutschland in der Nähe von Baden Baden. Ich bin verheiratet und Mutter zweier Söhne. Mit dem Schreiben habe ich 2013 begonnen, 2014 erschien mein erstes Buch (Blackstorm). Mittlerweile habe ich sieben Bücher veröffentlicht, am achten arbeite ich gerade.

Romance Alliance: Hast du schon einmal ein Buch auf einem Gratisportal zum illegalen Download gefunden? Waren mehrere Bücher davon betroffen?
Manuela Fritz: Ja, nicht nur einmal. Bislang habe ich jedes meiner Bücher auf solchen Portalen gefunden.

Romance Alliance: Was ist in dem Moment in dir vorgegangen? Hast du etwas dagegen unternommen?
Manuela Fritz: Zuerst war ich geschockt, dann tierisch sauer, heute regt mich das nicht mehr ganz so arg auf, weil ich weiß, wie ich dagegen vorgehen kann. Bei den ersten habe ich die Löschung noch selbst beantragt, mittlerweile lass ich das von Authors Assistant monitoren. Die sind auf Zack. Funktioniert ganz gut.

Romance Alliance: Hat sich der illegale Download auf deine Buchverkäufe ausgewirkt?
Manuela Fritz: Hm, das kann ich ehrlich gesagt nicht so richtig beantworten. Ich glaube, es wirkt sich schon auf die Verkäufe aus, aber ich befürchte, dass Leser, die sich meine E-Books illegal besorgen nicht unbedingt zu den Käufern zu zählen sind. Jemand, der „Blut geleckt“ hat, sucht lieber nach neuen Portalen, um illegal an die E-Books zu kommen, als sie regulär zu erwerben.

Romance Alliance: Was war dein krassestes Erlebnis mit den illegalen Downloadportalen? Dauerte es lange, bis neue Bücher auf den Portalen gelandet sind? Magst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?
Manuela Fritz: Hier gibt es nicht viel zu plaudern, da ich dieses Thema aufgrund der „Auslagerung“ aus meinem Kopf verbannt habe. Ich weiß, dass sich jemand darum kümmert, dass die E-Books auf den Portalen wieder verschwinden und das lässt mich einigermaßen ruhig schlafen.
Ein Erlebnis vielleicht am Rande: Meine Weihnachtsgeschichte, die es regulär kostenlos! auf Amazon gab, tauchte genau zu der Zeit auf den illegalen Portalen auf. Da konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln.

Romance Alliance: Was würdest du Menschen gerne sagen, die diese illegalen Downloadportale benutzen?
Manuela Fritz: Bedenkt, dass ihr euch hier in keiner Grauzone bewegt. E-Book Piraterie ist illegal. Nicht nur für Uploader, auch der Downloader macht sich strafbar. Seid euch bewusst, dass ihr Diebstahl am geistigen Eigentum eines anderen Menschen begeht. Beklaut ihr auf der Arbeit auch eure Kollegen? Nein? Warum nicht?
In einem Roman steckt viel Arbeit. Der ist nicht mal so in einem Tag geschrieben und Lektorat, Korrektorat und Cover kosten Geld. Manche Autoren müssen von den Einkünften leben.
Zudem gibt es legale Wege kostenlos Bücher zu lesen: sei es über Reziexemplare direkt beim Autor oder Wanderbuchgruppen. (z. B. Gabis lesende und schreibende Wanderchaostruppe)
Ach? Euch ist es zu viel Arbeit eine Rezension zu schreiben? Aber wir schütteln eurer Meinung nach einen ganzen Roman über Nacht aus dem Ärmel und sollen uns nicht so anstellen ... Einfach mal darüber NACHDENKEN!
 



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Zum Abschluss hat unsere Autorin Lara Kalenborn noch ein Gedicht, das zum Nachdenken anregen soll.


Nimm mich ganz
Von Lara Kalenborn

Captain des Schiffes, nimm mich ganz,
lass nichts von mir über, fass alles an.

Ein tiefes Erschaudern in mir,
wenn du mit den Säbeln rasselst
und meine Früchte ganz und gar
Der Crew anbietest –
Ein Happen von mir, für jeden was da.

Und dann das Grinsen unter deinem Hut,
stoppen, oh Captain, kann dich kein Disput,
Ich habe ja auch nichts gelernt
Nur Deutsch studiert und meinen Master gemacht
Aber Worte an einander reihen,
das wär doch gelacht,
und seit wann hat Kunst denn einen Wert?

Nein, nimm mich lieber ganz,
benutze meine Werke zu deiner eigenen
Bereicherung. Ich will nichts von dem Glanz.
Und meine Brötchen kaufen muss ich ja nicht.
Ich habe doch welche und die verschenke ich.
An dich und die gesamte Piraterie.

In Liebe, die Autorin, die 15ct. kostet